Wenn Weihnachten wird

Der ökumenische Weihnachtsgottesdienst findet am 24.12. um 17 Uhr in Locherboden statt.

Wir freuen uns, gemeinsam mit euch Weihnachten zu feiern.


Stille Nacht

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund‘.
Christ, in deiner Geburt!
Christ, in deiner Geburt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Halleluja,
Tönt es laut von ferne und nah:
Christus, der Retter, ist da!
Christus, der Retter ist da!


Gedanken zur Weihnacht

Jetzt waren sie wieder scharenweise unterwegs. Überall sind sie herumgeflogen. – Wer eigentlich? – Die Engel natürlich!

In der Adventzeit sind sie überall: In den Schaufenstern und Auslagen, auf Geschenkpapier, auf Weihnachtskarten und in Büchern, auf Girlanden und Adventkalendern, in der Zeitung und auf Briefpapier, als Christbaumanhänger und im Türkranz.  Es gibt sie aus den verschiedensten Materialien: aus Ton, aus Pappmaschee, aus Gips, aus Papier, aus Glas und aus Plastik und vielleicht noch andere mehr.

Engel jeglicher Art gehören einfach zu Weihnachten dazu.

Schon in der Weihnachtsgeschichte in der Bibel gibt es viele Engel: Da ist einmal der Erzengel Gabriel, der Maria ihre Schwangerschaft verkündet. Ein Engel bewahrt Josef im Traum davor, seine Verlobte im Stich zu lassen. Ein Engel schickt die Weisen auf den richtigen Weg und Heerscharen von Engel verkünden den Hirten, was geschehen ist.

Auch in unserem Leben gibt es Engel und einen davon kennen Sie ganz sicher: Den Schutzengel. Jeder Mensch hat einen. Er ist immer bei mir, schaut auf mich. Er schützt mich und trägt mich durch Schmerz und Leid.

Was sind das für seltsame Figuren, die Engel? Übersetzt heißt das Wort “Bote”. Ein Engel ist also einer, der eine Botschaft bringt. Die Botschaft der Weihnachtsengel lautet: Gott kommt zu euch, er macht sich und seine Liebe für euch sichtbar!

In unserer Vorstellung, wahrscheinlich gefördert durch viele bildliche Darstellungen, haben Engel immer Flügel. Aber wir alle wissen, dass diese nicht zum Fliegen gebraucht werden. Die Flügel sind ein Symbol dafür, dass ein Engel überall auftreten kann. Engel kommen nie, wenn wir es erwarten. Sie brechen immer in das Leben ein, völlig unangekündigt und unerwartet. Und ein jüdisches Sprichwort sagt: Einen Engel erkennt man erst, wenn er vorübergegangen ist.

Aber wie sehen sie nun wirklich aus, die Engel? Sie brauchen keine Flügel. Manchmal haben sie ein menschliches Antlitz und begegnen uns in einem ermutigenden Wort, einer liebevollen Geste oder einer tröstenden Umarmung.

Vielleicht ist es unser Nachbar, die Tante, ein Lehrer oder einfach jemand, den wir zufällig treffen. Es gelingt ihnen, uns die Liebe Gottes sichtbar zu machen bei einem Gespräch oder einem Besuch, in einem Brief oder vielleicht in einem Artikel, den wir in einer Zeitschrift lesen.

Wir müssen aber auch selbst bereit sein, die Engel Gottes in unserer Umgebung wahrzunehmen – die Engel, die wir vor lauter Zeitdruck und Geschäftigkeit womöglich gar nicht mehr hören und sehen. Die Engel, die uns vielleicht sagen: Ach, das ist doch gar nicht so wichtig, setz dich hin, nimm dir Zeit. Den Engel, der uns sagt: Schön, dass es dich gibt! Oder der Engel, der uns zuflüstert: Freue dich, Gott kommt, heute feiern wir seinen Geburtstag!


Musik: One Candle, One Light


Weihnachtsevangelium (Lk 2, 1-20)

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe: denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.


Weihnachtsgeschichte: Der Stern, der anfing, zu strahlen

Es war einmal ein kleiner Stern, der hatte keine Lust mehr zu leuchten. „Die anderen Sterne sind etwas Besonderes. Sie erzählen oft, was sie schon alles Gesehen und erlebt haben und dann glitzern und funkeln sie. Nur ich, ich bin ganz und gar gewöhnlich. Ich bin gar nichts Besonderes.”

Die anderen Sterne versuchten ihn zu trösten und sagten: “Du musst eben auch einmal sehen, wenn etwas Besonderes passiert. Mach dich auf den Weg und halte Ausschau!” Und der kleine Stern machte sich auf den Weg. Aber eigentlich dachte er sich: „Was soll denn auf der Erde schon Besonderes passieren.”

Und da kommt er an einem Haus vorbei. Er schaut durch das Fenster und sieht, wie eine Mutter mit ihrer Tochter und ihrem Sohn Kekse bäckt. Sie stechen miteinander Plätzchen aus, sie naschen manchmat ein bisschen Teig, sie lachen und man sieht richtig, wie sie sich miteinander freuen. „Oh, das ist schön, hier bleibe ich und leuchte noch ein bisschen”, denkt sich der kleine Stern.

Er sieht eine Gruppe von Kindern, die auf dem Weg nach Hause sind. Die Kleinen kommen von einem Laternenumzug und die Großen belgeiten sie nun, damit sie keine Angst haben müssen. Gemeinsam singen sie noch: “Lasst uns froh und munter sein und uns recht von Herzen freun”. „Oh, das ist schön, hier bleibe ich und leuchte noch ein bisschen”, denkt sich der kleine Stern.

Dann zieht er wieder weiter. Er sieht Licht in einem Fenster und schaut neugierig hinein. Im Zimmer sitzt ein Großvater mit seinem Enkel. Der Großvater erzählt, wie man früher Weihnachten gefeiert hat und das Enkelkind kuschelt sich an ihn und hört zu. “Ja, das ist auch etwas Schönes, auch hier leuchte ich noch ein wenig”, denkt sich der kleine Stern.

Und dann versteht er plötzlich: Man ist nicht etwas Besonderes, weil man einmalige Dinge erlebt. Viel wichtiger ist es, die besonderen und schönen Dinge im Alltag zu entdecken.

Und er kehrte glücklich zu den anderen Sternen zurück und strahlte von nun ab jeden Abend am Himmel mit all seiner Kraft. Der kleine Stern, plötzlich leuchtet er und ist nicht mehr traurig. Er hatte doch gar nichts Besonderes erlebt.

In der Adventszeit sieht man viele leuchtende Sterne, weil die Menschen in dieser Zeit besonders liebevoll miteinander umgehen. Vielleicht nehmt auch ihr euch einmal etwas vor, was den kleinen Stern zum Leuchten bringen würde. Es muss, wie ihr jetzt wisst, ja gar nichts Besonderes sein.


Gesegnete Weihnacht, Gesundheit, Glück und Zuversicht!